Wenn es um einen Umzug geht, kommt man nicht drum herum, sich einen etwas größeren Transporter zu mieten, damit man den ganzen Scheiß, der sich über die Jahre angesammelt hat, auch mitnehmen kann. Plötzlich war der Tag da und ich parkte dieses Möchte-gern-Wohnmobil in der Nähe der Eingangstür, um unnötige Schlepperei zu vermeiden. Zwei fleißige, tragewütige Frauen, Wonderwoman und Xena, standen mir als Umzugsfirma an diesem Tag zur Seite. Ein Danke an euch beide, ich liebe euch. Während ich die Frauen herum kommandierte, ihnen die schweren Sachen in die Hand drückte und mich mit den leichten zufrieden gab, ergab sich mir eine Situation, die ich später für mich erklären konnte und die mir gleichzeitig auch in Zukunft stets unnötig, um nicht zu sagen, dumm erscheinen sollte. Als wir nun den ganzen Krempel in den Wagen verfrachteten, stellte sich während dessen eine Dame vom Kaliber Adipositas III mit ihrem Kleinwagen genau so vor die Frachttüren, dass wir diese nicht mehr weit genug öffnen konnten. Wie gut, dass Wonderwoman unten stand und die Situation sofort erkannte und umgehend handelte.
Wonderwoman: Würde es ihnen etwas ausmachen, ihr bescheidenes Fahrzeug ein klein wenig nach hinten zu positionieren damit wir hier weiter vernünftig einladen können?
Das war der ungefähre Wortlaut, wobei sich die Bitte auch verbal hätte anders darstellen lassen können, was wie folgt hätte lauten können: Ey, du Altkleidercontainer. Steig in deine Pygmäen-Drecksschleuder ein und sieh’ zu, dass du bloß weit weg genug von hier parkst. Sonst lasse ich noch aus Versehen den Konzertflügel auf deine Motorhaube fallen.
Seien wir ehrlich, wir würden uns gerne öfters in dieser Form ausdrücken und tun doch Gegenteiliges.
Mit Murren und Fauchen kam Frau Adipositas der Bitte nach und fragte nebenbei, wer denn eigentlich umziehe und als die Antwort meine Wenigkeit beinhaltete, folgte auch prompt die phänomenale Antwort: Ach der, der mir nie Hallo gesagt hat.
Warum denn so beleidigt?
Ich weiß nicht, wie es vor meiner Zeit war und in Zukunft sein wird und jetzt bekomme ich gerade einen regelrechten Kult des Beleidigtseins mit. Es wird momentan einfach alles persönlich genommen und jedem der Krieg erklärt, der nicht mit dem eigenen Weltbild d’accord zu sein scheint. Laut der Verhaltensforschung ist dieses Verhalten nicht besonders verwunderlich. Welche Ebene bei zwischenmenschlicher Interaktion stets zu erst angesprochen wird, sei die emotionale Ebene. Wenn ich jemanden also als Arschloch bezeichne dann wird regelrecht die biologische Tatsache, dass er ein Arschloch besitzt, ignoriert und zu aller erst diese Anmerkung auf seinen Charakter projiziert, was  für das “Arschloch” zu einer Beleidigung führt. Beides kann durchaus gleichzeitig zutreffen und muss es nicht. Dieser Wahn des Beleidigtseins nimmt mittlerweile Züge an, bei denen man sich fragen sollte, wo die zwischenmenschliche, verbale Interaktion (bleiben wir bei der sprachlichen Ebene), in ein paar Jahrzehnten stehen wird. Kommunizieren wird dann mit Samthandschuhen durch die Blume? Wird jedes Wort, jeder Satz auf die Waagschale des Anubis gelegt? Wiegt Gesagtes zu schwer an vermeintlichen Beleidigungen, stirbt man einen zweiten Tod und ist auf ewig verdammt, die Unterwelt zu bewohnen.

Zu früh gefreut.  Fast hätten wir in Deutschland einen weiteren Feiertag dazugewonnen. Einen Tag weniger arbeiten, einen Tag mehr Freiheit, an dem das Arbeitsvieh nicht dem ach so gehassten Job nachgehen müsste. Leider wurde die Rechnung ohne das ewige Opfer, den beleidigten Juden gemacht. “Verdient der Reaktionär und Antisemit Luther einen Feiertag?”  heißt es im Telepolis auf dem Heise online Portal am 31.07.2017. Diesem Luther kann es scheiß egal sein, ober er nun einen Feiertag bekommt oder nicht. Dieser Mann ist tot, verdammt nochmal. Er weilt bei seinem Vater, dem Allmächtigen und schlürft Nektar und Ambrosia. Jeder hätte von diesem Feiertag profitiert, auch der fleißige, arbeitswütige, geldgeile Jude. Meine lieben jüdischen Freunde, wie oft wollt ihr die Antisemiten-Keule denn noch schwingen? Warum denn so verletzt?

“Ist das Logo der Machwitz-Rösterei rassistisch?” wurde am 28.12.2017 in der Hannoverschen Allgemeinen getitelt.  “Es würde eine ganze Rasse entwürdigen”, sagte der Amerikanistik-Dozent der TU Braunschweig. Warum wundert es mich nicht, dass diese Aussage von einem Experten einer Universität kommt. In der Tendenz habe ich das Gefühl, dass Dozenten unserer Zeit nur noch geistigen Dünnschiss von sich geben und diesen als fundierte Tatsache verkaufen, um ihr üppiges Gehalt zu rechtfertigen. Barnes, du Intelligenzbolzen, wären drei Weiße nicht rassistisch? Ist Rassismus ausschließlich ein “weißes” Phänomen? Vielleicht solltest du deinen alten Schwarz-Weiß-Fernseher endlich verschrotten lassen und dir einen Farbfernseher zulegen. Dieser könnte vielleicht deine kulturelle Farbpalette ein wenig erweitern. Warum denn so eingeschnappt?

Stellt euch vor, ihr kauft euch für den Winter einen Pullover. Es ist ein Stickmuster darauf abgebildet und es gefällt euch auf Anhieb. Man sollte meinen, hier kann jetzt nichts “Böses” passieren. Falsch gedacht. Dale of Norway sollte hier eines besseren belehrt werden. “Nazi-Skandal! Olympia-Team weigert sich, diesen Pullover anzuziehen., heißt es auf dem Onlineportal TAG24. Die Tyr Rune wurde von der NSDAP verwendet und des Weiteren werde dieses Symbol von einer nordischen Widerstandsbewegung benutzt. “Neo-Nazis sind bereits mit norwegischen Flaggen marschiert. Das heißt nicht, dass wir aufhören, sie als unsere Landesflagge zu nutzen, oder!?” konterte die Geschäftsführerin (entschuldigt bitte die weibliche Form des Führers) Hilde Midthjell, schlagfertig. Warum denn so sauer?

Warum denn so ernst…?

 

 

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