Bevor ich den Glauben im theologischen Sinne verspotte und mich meinen blasphemischen Äußerungen hingebe, soll gesagt sein, dass für mich jeder Glaube, mehr oder weniger, seine Daseinsberechtigung hat. Wie absurd, im Sinne von destruktiv diese Berechtigung bzw. der Glaube nun sein mag, sei erstmal dahingestellt. Der „Eine Welt Glaube“ oder „Der Glaube an den menschlichen Verstand“ klingt nach einer vermeintlich vernünftigen Utopie und doch wäre es eine sehr öde, triste Vorstellung, wenn jeder Mensch vom Grundsatz her nur einen Glauben hätte. Die Vielfalt macht es doch erst interessant und lebenswert und von daher glaubt. Glaubt an alles, was ihr wollt, nur glaubt. Mir würde sonst ein weiteres Thema flöten gehen, worüber ich mich echauffieren darf und tut euch und den Anderen einen Gefallen. Hört auf euch für Auserwählte zu halten. Es ist kein Geburtsrecht, was euch auserwählt, es ist die Leistung und der damit verbundene Respekt, der euch zu jemandem macht.

Und nun zum Schwachsinn, der Geschichten geschrieben hat und immer noch schreibt. Man hat es über Jahrtausende hin geschafft, dem Menschen weiszumachen, dass es einen unsichtbaren Mann gibt, es muss ein männliches Wesen sein, denn nur ein verschrumpelter Hodensack kann sich so viel geistigen, wie auch geistlichen Blödsinn ausdenken, der über uns Menschen im Himmel thront , allwissend, allmächtig und jeden unserer Schritte beobachtet. Vom morgendlichen Furz neben der Ehefrau bis hin zum Freitagabendlichen Bordellbesuch, sieht er und dokumentiert alles penibel, bis ins kleinste Detail und führt Liste. Nicht mal auf der Toilette kann man somit seine Ruhe haben. Selbst dort wacht er über unsere Geschäfte. Sein Kontrollsystem stellt jedes andere bei weitem in den Schatten.
Wie kam es zu diesem genialen Kontrollapparat? Ein Staatsdiener soll gesagt haben, sinngemäß, von 100% Kontrolle sind 10% wir und 90% die Religion. Bei näherer Betrachtung des Inhaltes dieser Aussage, müsste es einem wie Schuppen von den Augen fallen. Ich kann mir durchaus vorstellen, wie dieses System seinen Anfang nahm.
Am Anfang, wie oben bereits erwähnt, muss es ein Mann gewesen sein. Ein Mann mit einer Idee, einer Vision, um sein kümmerliches Dasein irgendwie vor sich und dem Rest der Welt zu rechtfertigen. Dazu kommt eine schwierige Kindheit, Hänseleien in der Schule, gepaart mit geringem bis gar keinem Erfolg bei einer Frau und voilà, darf ich vorstellen, Gott. Naja, nicht ganz Gott. Eher ein Stellvertreter, wie der Papst einer ist bzw. sein soll. Jemand, der diesen Irrsinn füttert und am Leben hält und den Leuten erzählt, dass sie in der Hölle landen, wenn nicht brav Gehorsam geleistet wird. In einem heiligen Buch heißt es, dass in jedem von uns Gott steckt und nun erklärt sich auch dieser ganze Stuss. Alleine eine Idee an einen Tyrannen, Gott ist und bleibt ein eifersüchtiger Diktator, daran soll uns schließlich immer das erste Gebot erinnern, lässt diesen zum Leben erwecken. Im Grunde genommen haben wir nun alles, was wir brauchen und jetzt kann es auch schon los gehen.

Damit man dem Pöbel diese Vorstellung möglichst schmackhaft machen kann, vermenschlicht man diese Gottheit und gibt ihr noch ein paar Göttinnen und Götter dazu. Die alten Ägypter, Griechen und Römer haben es uns vorgemacht. Das es natürlich in mehreren Kulturen diesen Gedanken gab und gibt, sei hier nicht erwähnt. Man stelle sich eine voll funktionsfähige Gesellschaft vor und das eben nur als Gott. Dazu kommt die Auffassung von Gut und Böse. Bei den Ägyptern gab es Re, die Sonne selbst und seine verschiedenen Erscheinungsformen, wie Aton und Atum. Die Bösen hingegen waren unter anderem Seth und Apophis, der Erzfeind des Res.
Nebenbei bemerkt, ein netter Asteroid mit einem Durchmesser von über 300 m hat seinen Namen (99942 Apophis) bekommen und soll, wenn es gut läuft, irgendwann die Erde treffen. Keine Angst, wer über 250 km weit weg vom Einschlagsort wohnt, kann sich auf das beste Feuerwerk seines Lebens freuen. Für alle Beteiligten im Einschlagsbereich gibt es Freikarten für die Unterwelt, Osiris und Anubis freuen sich auf euren Besuch.
Bei den Griechen ist das schon etwas überschaubarer. Zeus für den Himmel und Hades für die Hölle. Die Römer, auch sehr pragmatisch in ihrer Hinsicht, hatten Jupiter als Allvater und Dis oder auch Pluto für die Unterwelt auserkoren. Natürlich hatten diese Kulturen eine größere Bandbreite an Göttern und ordneten ihnen verschiede Bereich ihres Lebens zu.
Irgendwann, vor nicht allzu langer Zeit, kam ein Herrscher auf die glorreiche Idee, dieses System zu zentralisieren, es zu vereinfachen. Ein Gott und sonst nichts. Die Geburtsstunde des Monotheismus und Echnaton soll der Vater sein. Ein Schöpfergott reicht schließlich aus. Um das Prinzip von Gut und Böse aufrecht zu erhalten, blieb es bei einem Widersacher, den man heute allgemein als den Teufel ansieht, das Böse schlechthin. Lucifer, Beelzebub oder auch Satan, ein paar wenige Namen, um sie zu nennen. Die Einteilung der Menschen in gute und böse ist nicht erst existent, seitdem es die Religion gibt. Aus persönlicher Sicht sieht es für mich wie folgt aus. Wenn man von jemandem etwas haben möchte und es nicht bekommt dann braucht es eine Strategie, um dem Ganzen Nachdruck zu verleihen. Es ist ein Spielfeld von Nöten, auf dem ganz klar zu erkennen ist, wer hier der rechtschaffende vernünftige Gute und wer der irre Chaos verursachende Böse ist. Inwieweit sich das zwischen dem möchtegern allmächtigen Spinner und seinem ersten Engel abspielte, könnte wie folgt abgelaufen sein.

Ich überspringe eben die Schöpfungsgeschichte und komme zum achten Tag, Montag, den verhasstesten Tag überhaupt und das anscheinend auch für den Herrn. Und er sah, dass es doch nicht so gut war und begann zu zweifeln.
Wie sollen die Schafe da unten denn überhaupt ohne einen Hirten zurechtkommen? Wen kann man ihnen schicken, der sie leitet, der sie zu Vernunft und Anstand erzieht, zu bedingungslosem Gehorsam, der endlich dieses elende Gejaule und Gemeckere abstellt? Gott kramte ein wenig in seiner Messias-Kiste herum und konnte sich einfach nicht entscheiden. Moses, Jesus oder doch Mohammed?
Im Grunde predigen sie alle denselben Mist und man möchte nicht, dass sich irgendeiner von ihnen in seinem Wert benachteiligt fühlt. Gott stellte einen Plan auf, eine zeitliche Abfolge, in der sie allemal drankamen und ihren Senf dazu geben konnten und obwohl von Gott gut gedacht, haben wir heute nun den Salat.
Dieser Sauhaufen von Egomanen kann sich einfach bis heute nicht einig werden. Alle drei glauben sie an den einen Gott und doch betonen sie gegenteiliges. Ehrenloses Drecksvieh. Da mache man sich die Mühe Spielregeln aufzustellen und keiner von diesen Lehmhaufen hält sich auch nur ansatzweise daran. Selbst die, die meinen an ihn und seine Idee zu glauben, belügen und betrügen alle um sich herum. Lucifer hatte wohl doch recht. Im Grunde genommen nur Nutzvieh.
Dachte man ernsthaft, dass alle kontrolliert werden können? Gab und gibt es da nicht die Sache mit dem freien Willen? Macht da oben doch selber was er will, völlig unabhängig davon, was andere wollen und als sein erster Engel sich weigerte die Menschheit versklaven zu wollen, verbannte er ihn in die Hölle auf Erden. Ein Heuchler vom feinsten, ein falscher Gott.

Gehorsam ist das Stichwort. Gehorche und jeder hat seine Ruhe, bis du auf die Idee kommst, sich deines eigenen Verstandes zu bemächtigen, der selbst verschuldeten Unmündigkeit zu entrinnen, Herr über deine Handlungen zu werden, für Gesagtes, wie auch Passiertes die Verantwortung zu übernehmen, der dir selbst zugeschriebenen, vermeintlich glücklichen Sklaverei zu  entrinnen, der Knechtschaft zu entsagen und Herr über dein eigenes Leben zu werden. Wehe du kommst auf diese absurde Idee. Tust du es trotzdem, bist du ein Nazi. Apropos Nazi, das Wort des Jahrtausends und derer, die anscheinend ihr eigenes Leben nicht geschissen bekommen.

„Gehorche der Regierung, denn Gott ist derjenige, der dort hineingegangen ist. Alle Regierungen wurden von Gott an die Macht gebracht. Diejenigen, die sich weigern, den Gesetzen des Landes zu gehorchen, weigern sich, Gott zu gehorchen, und Strafe wird folgen. Denn die Gesetze machen die Leute, die Recht haben. Habt keine Angst. Sie machen denen Angst, die etwas falsch machen. Also tu was Sie sagen und du wirst gut mit ihnen auskommen. Die Autoritäten (Behörden) werden von Gott geschickt, um Ihnen zu helfen. Aber wenn du etwas falsch machst, solltest du natürlich Angst haben, denn du wirst bestraft werden. Die Autoritäten werden von Gott zu genau diesem Zweck gegründet, um jene zu bestrafen, die Unrecht tun. Also musst du der Regierung aus zwei Gründen gehorchen: nicht bestraft zu werden und um ein gutes Gewissen zu haben.“
In welchem der „heiligen Bücher“ dieses nun stehen mag, soll jeder für sich selbst herausfinden. Wichtig ist die Botschaft an den Empfänger bzw. was es über den Schreiber aussagt. Im Leben gibt es für mich bis dato zwei Dinge, die eine Gemeinschaft zusammenhalten, Angst und Loyalität. Jede dieser pseudoheiligen, möchte-gern-barmherzigen, dir-wird-alles-vergeben Religionen, baut auf einem Grundpfeiler auf, Angst. Angst ist, hier „richtig“ eingesetzt, pure Kontrolle und wenn, vorausgesetzt es gibt diesen einen Gott, dass sein Prinzip sein soll dann muss ich leider mit diesem Gaylord Schluss machen. Man kann, wie ich finde, noch so lange und intensiv nach Beweisen dafür suchen, dass diese Glaubensgemeinschaften im Sinne der Theologie auf Liebe und Vergebung aufbauen, man kommt immer wieder zur Angst als Machtmittel zurück.

Weiter mit dem Rattenfänger namens Gott. Eine Agenda muss her. Jedes gute Unternehmen, jede Partei, jeder Verein, der Familienclan, jede Gemeinde, jedes Individuum folgt einer Agenda. Es spielt keine Rolle, welche Glaubensgemeinschaft ich hier aufs Korn nehme, sie sind, wenn man sich näher mit ihren Strukturen befasst, allesamt gleich. Die eine ist vielleicht etwas grüner als die andere. Mehr ist da auch nicht. Kommen wir zur Agenda zurück und nehmen wir uns beispielhalber die 10 Gebote vor.

  1. Ich bin der Herr, dein Gott und du sollst keine anderen Götter neben mir habe.

Hat man es laut dem Gebot nun doch mit mehreren Göttern zu tun? Darf man die Herrschaften denn auch kennen lernen? Ist unter ihnen eine Frau? Ich würde gerne eine wunderschöne Göttin anbeten wollen, anstelle eines alten, graubärtigen, verschrumpelten Mannes.

  1. Du sollst den Namen des Herren nicht missbrauchen. Er wird die strafen, die es tun.

Man möge sich einmal bitte daran erinnern, wie oft man mit seinem Namen in der Vergangenheit geflucht hat und es in der Zukunft auch tun wird. Sein Name wird doch gebraucht. Missbrauchen klingt mir in dem Zusammenhang doch etwas zu hart.

  1. Du sollst den Feiertag ehren.

Ein Tag, an dem sich 14-jährigen Hobbynutten volllaufen lassen und Nachwuchspornoknaben versuchen, ihren ersten Stich zu landen. Den soll ich heiligen?

  1. Du sollst deine Eltern ehren und achten, auf das du lange auf Erden leben mögest.

Achten und ehren? Ich war ein Backstage-Unfall auf einem Kurt Cobain Konzert. Geile Aktion und wenn ich sowas achten und ehren soll, bitte schön.

  1. Du sollst nicht töten.

Das Leben deiner Familie wird bedroht? Dein Partner, deine Kinder, Personen, die du über alles liebst? Eine Stuhlkreis-Therapiesitzung wie bei den anonymen Alkoholikern ist hier natürlich der einzige sinnvolle Weg der Konfliktlösung.

  1. Du sollst nicht Ehebrechen.

Wo und wann beginnt Ehebruch? Beginnt der bereits in Gedanken? Ist es ein Kuss? Ist es Sex mit jemandem anderes oder ist es der Blick auf das Handy am frühen Morgen, bevor man seinem Partner einen guten Morgen wünscht und demjenigen einen Kuss auf die Wange drückt? Auf den Mund ist das eklig. Lasst diesen Blödsinn am frühen Morgen. Der Mundgulli ist doch unerträglich.

  1. Du sollst nicht stehlen.

Mit dem Gebot würde ich mich gerne einmal in den Bundestag stellen und es lauthals propagieren.

  1. Sage nichts Unwahres über deine Mitmenschen.

Zu dem Gebot lasse ich mich etwas weiter unten im Text zu genüge aus.

  1. Du sollst nicht begehren deines nächsten Hauses.

Ich denke, dass dieses Gebot von allen am sinnlosesten ist, da wir heute in einer Gesellschaft leben, in der es tatsächlich Menschen gibt, die keine Behausung im Sinne eines Hauses oder einer Wohnung vorziehen. Für diese Menschen ist die Parkbank, die Brücke, die U-Bahnstation oder der Kaufhauseingang bequem und kuschlig genug.

  1. Du sollst nicht deines Nächsten Frau, Magd, Knecht, Vieh oder alles was seins ist, begehren.

Dieses Gebot bekommt meine vollste Zustimmung. Wer als Stellvertreter Gottes Versace trägt und auf einem goldenen Thron residiert, wer sollte in dieser Position noch irgendwas oder irgendwen begehren?

Ich möchte hier nur ein, vielleicht auch zwei Beispiele anführen, die zeigen werden, dass wir allesamt dazu verdammt sind, in der Hölle zu schmoren, wenn es nach den geistlichen Intelligenzakrobaten geht.
Wir lügen. Wir lügen einfach jeden Tag und das ohne Punkt und Komma. Alle fünf Minuten biegen wir uns was zurecht und das ca. 200 Mal am Tag. Dabei kann ruhig differenziert werden, um was für eine Art von Lüge es sich handelt. Lüge ich, weil ich Angst habe? Lüge ich, weil ich jemanden nicht verletzten möchte? Lüge ich, um mich in ein anderes Licht zu rücken? Alles Lügen, mit denen man sich einen evolutionären Vorteil verschaffen will und dennoch sind es Lügen. Keine Angst, der Messias vergibt ja schließlich alles. Normalerweise sollte nun ein kluges und weises Statement folgen, welches an die Moral, an den Anstand erinnert und zeigt, das Lügen wirklich kurze Beine haben und es sich nicht lohnt. Da will ich leider enttäuschen. Es wird genau so weiter gehen und der Mensch wird weiterhin lügen. Er wird schwindeln, die Wahrheit verdrehen, flunkern, mogeln was das Zeug hält. Warum tun wir das? Ich persönlich denke, dass die Wahrheit manchmal nicht gut genug für jemanden oder etwas ist. Manchmal ist es eine Lüge, die uns zu Höherem beflügelt, uns motiviert das Richtige zu tun. Eine Lüge, die es weiter gehen lässt, die den Stillstand vermeidet und einen Fortschritt herbeiführt. Natürlich will ich niemanden zum notorischen Flunkern motivieren, mit der vermeintlichen Absicht Gutes zu bewirken. Die Geschichte lehrt uns, dass viele Katastrophen mit der Absicht Gutes hervorzubringen, passiert sind. Die Wahrheit tut weh, heißt es im Volksmund so schön. Ich formuliere das etwas anders. Es sind die Lügen bis zur Wahrheit, die schmerzen. Es sind die Lügen, die man glaubt, ohne zu hinterfragen und letzten Endes ist doch gar nicht die Lüge selbst, sondern die Unfähigkeit eines jeden, diese nicht erkannt zu haben.
Du sollst nicht töten?
„Es gibt viele Arten zu töten. Man kann einem ein Messer in den Bauch stechen, einem das Brot entziehen, einen von einer Krankheit nicht heilen, einen in eine schlechte Wohnung stecken, einen durch Arbeit zu Tode schinden, einen zum Suizid treiben, einen in den Krieg führen usw. nur weniges davon ist in unserem Staat verboten.“
Ich denke, dass ein halbwegs intelligenter Mensch versteht, worauf ich mit diesem Zitat eines klugen Mannes hinaus will. Ich könnte nach Belieben mit jedem weiteren Gebot so verfahren und würde immer wieder beim selben Ergebnis landen. Sie sind, ich drücke es sehr optimistisch aus, in ihrer Gänze nicht einzuhalten, was wiederum nicht heißen soll, nicht nach ihrer Absicht zu streben. Des Irrsinns halber, ein weiteres Gebot, was nun wirklich von niemandem eingehalten wurde, bzw. wird. Du sollst nicht fluchen, vereinfacht ausgedrückt. Als ein italienischer Fußballspieler die Jungfrau Maria und den Herrn nach einem Torschuss, der vom gegnerischen Torwart gehalten wurde, „beleidigte“, wurde dieser bestraft. Durch Lippenlesen kam man ihm auf die Schliche (Spiegel Online, 29.8.2018). Als ich dieses Statement las, wurde ich gezwungenen Maßen dazu genötigt, vom Balkon zu erbrechen. Dieses bitte kommentarlos so hinnehmen.

Wie oben irgendwo bereits erwähnt, kann ich mühelos mit diesem Aufdecken von religiösem Schwachsinn weiter machen und gefühlt wird dieses auch kein Ende nehmen unabhängig davon, welchem theologischen Toilettenpapier ich meine Aufmerksamkeit widme. Nur was ist es, dass den Menschen dazu bringt, im letzten Moment der Verzweiflung doch immer wieder in den Himmel zu schauen und an ihn zu glauben? Ihn anzuflehen irgendwas zu tun, damit endlich eine Veränderung in das irdische Dasein trifft, damit sich alles zum Guten wendet und der Mensch aufhört zu leiden und letzten Endes paradiesische Zustände eintreffen und man glücklich und zufrieden ist. Warum diese Verzweiflungstat, dieser vermeintlich letzte Gedanken? Was ist es, dass uns so verletzt und leiden lässt?
Es sind unsere eigenen Erwartungen an unsere Außenwelt und die Fähigkeit jeden zu verurteilen, der diese nicht erfüllt. Es zeugt nicht gerade von Weisheit bzw. einer gewissen Art von Intelligenz zu behaupten, dass andere Menschen einen verletzen bzw. in irgendeiner Art und Weise dafür verantwortlich sind, was einem selbst passiert. Der Mensch nimmt schon unbewusst tagtäglich die Konsequenzen für sein Handeln in Kauf, ohne darüber nachzudenken, was das für Konsequenzen nach sich ziehen könnte. Es wird in keiner Weise versucht, die Dinge, wie sie sind oder wie sie passieren, zu akzeptieren und weiter zu machen. Stattdessen wird durch ein regelrechtes psychopathisches Verhalten versucht, die Situation so zu ändern, dass es einem passt. Dabei merkt man gar nicht, inwieweit sich selbst geschadet wird. Um diesem Teufelskreis der falschen Erwartungen zu entkommen, sollte endlich die Verantwortung übernommen werden, die ein jeder Mensch besitzt. Krieg, Tod, Hunger, Mord und Totschlag sind keine Folgen eines ausgedachten Gottes oder sonst irgendwelcher skurrilen imaginären Fabelwesen. Es ist leicht die Verantwortung von sich zu weisen und wie ein kleines Häufchen Elend auf dem Sofa zu liegen und zu sagen, der andere ist schuld. Es gibt für mich nichts abstoßenderes als diese Aussage. Pardon, ich habe gelogen. Käsefüße sind doch schlimmer und beim Sex zu furzen. Das geht gar nicht.

Also wenn man sich erneut in der Situation befindet zu klagen, jemanden anzuklagen, dem anderen seine Verantwortung zur Last zu legen, sich zu fragen, warum hast du das getan, warum hast du mich verlassen? Schaut einfach in den Spiegel. Es ist der Glaube an dich selbst, der dich verlassen hat, weil du dich dazu entschieden hast, ein Opfer zu sein.

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